Charles
Bruxelles 1991
Charles saß mit dem Skizzenheft auf einer Trittleiter. Die
Dampfmaschine, das geflügelte Pferd und den mit Federn
beklebten Vogel Strauß hatte er im Handumdrehen aufs Papier
gebracht. Vorsichtig fuhr er mit dem Radiergummi über die Fühler
des Hirschkäfers und die Halswirbelknochen des Flugsauriers. Nun
stimmte alles, die Proportionen und Schattierungen waren ihm
gut gelungen. Er blies den Graphitstaub vom Stift, klappte die
Leiter zusammen und rückte sie so dicht an die Schildkröte heran,
bis er jedes Detail erkennen konnte. Er zog einen Bleistift aus dem
Etui, legte die dünne Mine mit einem scharfen Messer frei und
rieb damit über das Schleifpapier. Dann begann er die Umrisse
des Ozeandampfers zu skizzieren, wechselte immer wieder
Graphit- und Kohlestäbchen aus, um die verschiedenen Ebenen
tadellos herauszuarbeiten. Jetzt fehlen nur noch das Bullauge und
der Mast, überlegte er. Dann kommt der Grashüpfer an die Reihe.
Plötzlich erstrahlten dutzende Glühbirnen am Dach, schrille
Rummelplatzmusik ertönte und der Dampfer schaukelte ihm
davon.
»Verflucht! Ich war nicht schnell genug!«
Fasziniert beobachtete er das Spektakel. Der Fesselballon
schwebte in die Höhe, aus einem Gullydeckel lugte ein
Kanalarbeiter mit Stirnlampe, die Autositze der Oldtimer fuhren
rauf und runter. Im Handumdrehen hatte sich eine Schlange vor
dem Kartenschalter des Karussells gebildet.